Tokajer Weingebiet im Ungarn-Lexikon
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Das berühmteste Weingebiet Ungarns ist das Tokajer Weingebiet, dass ungefähr 7000 Hektar
groß ist. Es befindet sich nördlich und nordwestlich der ungarischen Stadt Tokay sowie im
westlichen Teil des slowakischen Gebirges. Das Tokajer Weingebiet wurde im Jahre 2002
von der UNESCO als Kulturlandschaft zum Weltkulturerbe erklärt. Aus dieser Gegend
stammen zwei Weinarten, die meist sehr süß sind. Der Tokajer Samorodner wird aus
normalen Trauben und aus von Edelschimmel befallenden Trauben hergestellt. Der andere
bekannte Wein ist der Tokajer Ausbruch, bei dem dem Weinfass Jungwein drei bis sechs
Butten zu 25 Kilo Maische von gesondert ausgelesenen Trockenbeeren zugegeben wird.
Butten ist eine Maßeinheit, bei der drei Butten ungefähr 60g/Liter Restzucker einspricht. Je
nach Buttenzahl richtet sich die Vergärungs- und Lagerungszeit, die zwischen vier und acht
Jahre liegt. Die Lagerung erfolgt in kleinen Holzfässern in unterirdischen Kellern. Nur so
entsteht ein süßer Wein mit bis zu 18 Volumenprozent Alkohol und einem sehr hohen
Zuckeranteil. Allein die Weinart „Ausbruch" darf die Bezeichnung Tokaji verwenden,
während alle anderen Weine nur die Bezeichnung ihrer Rebsorten tragen. Bereits in der
Antike war der Weinbau in Ungarn sehr bekannt und die Weine aus Ödenburg und Eger
waren im Mittelalter sehr bekannt und entsprechend beliebt. Während der türkischen
Besatzungszeit wurde im Ostteil von Ungarn weiterhin der Weinanbau betrieben, da auch der
Sultan von Konstantinopel auf diese lukrative Einnahmequelle nicht verzichten wollte. Das
Geschäft mit den ungarischen Weinen bekam während des Kommunismus einen kräftigen
Dämpfer, da in dieser Zeit die Qualität der Weine nicht die große Rolle spielt. Vielmehr kam
es hier auf die produzierten Mengen an.



