News vom 17.04.2010
Kampf der Korruption in Ungarn
Die Korruption in Ungarn ist eines der drängendsten Probleme, mit denen das Land zu kämpfen hat. Nun hat bei den Parlamentswahlen im krisengebeutelten Ungarn die konservative Fidesz-Partei eine absolute Mehrheit errungen. Nach acht Jahren in der Opposition kehrt nun der frühere Ministerpräsident Viktor Orban in sein Amt zurück. Zu Beginn dieser Woche sagte der designierte Regierungschef der weit verbreiteten Korruption den Kampf an.
Die Korruption in Ungarn halten Experten für eines der drängendsten Probleme der ungarischen Wirtschaft. Gabor Papanek, Forscher am ungarischen Wirtschafts-forschungsinstitut GKI, schätzt den Schaden durch Korruption auf eine Milliarde Forint jährlich. Er wies im Gespräch mit der österreichischen Zeitung Wirtschaftsblatt auf die enge Beziehung zwischen Korruption, überbordender Bürokratie und Offshore-Unternehmen hin. Ein typischer Fall für die Korruption in Ungarn ist derzeit die “Nokia-Schachtel”. In die Originalverpackung für das Mobiltelefon passen genau 15 Millionen Forint, was ca. 60.000 Euro entspricht. In eben diesen “Nokia-Schachteln” hat Zsolt Balogh, ehemaliger kommissarischer Chef der Budapester Verkehrsbetriebe (BKV), nach eigener Aussage die von BKV-Auftragnehmern eingesammelten Bestechungsgelder dem sozialistischen Budapester Vizebürgermeister Miklos Hagyo überbracht.



