News vom 20.07.2010
Investoren bestrafen Ungarn
Ungarn hatte die Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds und der EU über die Fortsetzung der Hilfszahlungen abgebrochen. Darauf reagierten jetzt die Finanzmärkte: denn die ungarische Landeswährung Forint rutschte auf den tiefsten Stand seit einem Jahr. Auch die Aktien sind stark gesunken, sodass nun der Staatsbankrott droht.
Im Durchschnitt sank der Forint zum Euro, US-Dollar und Schweizer Franken um drei Prozent. Im Morgenhandel fiel die Budapester Börse um vier Prozent und lag auch am Abend noch bei einem Minus von drei Prozent.
Die internationalen Investoren sehen im Abbruch der Gespräche mit IWF und EU die große Sorge, dass Ungarn nun wieder Zahlungsschwierigkeiten bekomme kann.
Ende 2008 hatte Ungarn als erster Staat in Osteuropa von IWF und EU einen Milliardenkredit erhalten. Damit sollte der drohende Staatsbankrott verhindert werden. Während der Glanzjahre hatte sich Ungarn in erster Linie im Ausland stark verschuldet. Ausländische Investoren verließen mit Beginn der Finanzkrise das Land, sodass Ungarn innerhalb nur weniger Tage nahezu zahlungsunfähig wurde. Derzeit streiten die Regierung in Budapest und der IWF noch darüber, wie hoch denn in diesem Jahr die Staatsverschuldung sein darf. Dabei steht der Regierung von Ungarn eine mangelnde Bereitschaft zur Kooperation mit dem IWF selbst im Wege. Immer mehr verliert sie den Rückhalt auch im eigenen Land. So warnte jetzt Andreas Simor, Präsident der Nationalbank, davor, dass sich die internationalen Investoren schnell wieder komplett von Ungarn abwenden könnten. Am vergangenen Montag bemühte sich der ungarische Wirtschaftsminister György Matolcsy sehr darum, wieder Ruhe ins Land zu bringen. Er sagte, dass die Gespräche mit dem IWF nur unterbrochen und nicht komplett eingestellt worden sind. Voraussichtlich werde es im September weitere Verhandlungen geben.



